Aufsuchende (Jugendsozial-) Arbeit richtet sich schwerpunktmäßig an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren, die als Einzelpersonen, Gruppen oder Szenen im öffentlichen Raum anzutreffen sind, besonderen Unterstützungsbedarf haben und von anderen Angeboten des Hilfesystems nicht oder nicht mehr erreicht werden.

Sie ist eine „niedrigschwellige und lebensweltorientierte sozialpädagogische Unterstützungs-, Vermittlungs – und Integrationsdrehscheibe“ (Gangway e.V., 2005) und hat als aktivierende und ressourcenorientierte Sozialarbeit das Ziel, die Entscheidungs- und Handlungskompetenz bei den Adressat*innen zu stärken.

Aufsuchende Arbeit bietet dabei keine fertigen Lösungen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe an: Sie möchte junge Menschen dazu befähigen, ihre persönlichen oder kollektiven Lebenssituationen, insbesondere im Konfliktfall, selbst bewältigen zu können. Die Adressat*innen sollen sich selbst öffentliche Räume erschließen können und ihre Sozialkompetenzen – wie z.B. Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Beziehungsaufbau und -pflege sowie Entwicklung und Realisierung individueller Lebensperspektiven- erweitern.

Das Arbeitsfeld Aufsuchende Arbeit bedient sich der klassischen Methoden der Sozialen Arbeit – Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. Dabei gelten folgende Arbeitsprinzipien:

NIEDRIGSCHWELLIGKEIT:
Zugangsmöglichkeiten, Angebotszeiten, Orte und Methoden entsprechen den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Adressat*innen

FREIWILLIGKEIT:
Die Mitarbeitenden in der Aufsuchenden Arbeit bieten zwar wiederkehrende Kontakt- und Beziehungsangebote, Kontaktaufnahme und Mitarbeit durch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erfolgt aber grundsätzlich auf freiwilliger Basis

AKZEPTANZ:
Offener und respektvoller, authentischer Umgang mit den jungen Menschen. Akzeptanz gegenüber ihrer individuellen Lebensgestaltung bei gleichzeitiger kritischer Betrachtungsweise der gewählten Lebensstrategie.

VERTRAULICHKEIT/TRANSPARENZ:
Möglichkeit der Wahrung der Anonymität der Adressaten und vertrauliche Behandlung von Informationen. Transparenz in Bezug auf gesetzliche Grundlagen/ Datenschutz/ Schweigepflicht.

KONTINUITÄT:
Verlässliche und professionelle Beziehungs- und Kontaktangebote auf der Grundlage personeller Kontinuität. Der Aufbau, die Kontinuität und das Beenden der Beziehung sowie ihre Intensität obliegen dabei den Adressat*innen.

LEBENSWELTORIENTIERUNG
PARTIZIPATION:
Motivation zu politischer und gesellschaftlicher Teilhabe. Gemeinsame Planung, zur Auswahl und Ausgestaltung von Angeboten.

FLEXIBILITÄT:
Gemeinsame Formulierung realistischer Ziele und Entwicklung von Problemlösungsstrategien und Zukunftsperspektiven. Ergebnisoffene Flexibilität in Bezug auf kurzfristige Veränderungen und Bedarfslagen, in Bezug auf Zeit und Methodik

REFLEKTIERTE PARTEILICHKEIT:
Loyale, anwaltschaftliche Haltung gegenüber und in Bezug auf die Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Quelle:
Fachliche Leitlinien für Streetwork/Mobile Jugendarbeit NRW, Hrsg.: LAG Streetwork/Mobile Jugendarbeit e.V., November 2012

https://jugendsozialarbeit.de/media/raw/Leitlinien2013_WEB.pdf

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Nicole Manns-Rodenbach

Koordination Jugendhilfe